Rollladen sind mehr als nur ein praktischer Sonnenschutz – sie verbessern die Wärmedämmung, erhöhen die Sicherheit und sorgen für angenehme Privatsphäre. Viele Hausbesitzer stellen jedoch fest, dass ihre Fenster noch ohne diese nützlichen Helfer auskommen müssen. Die gute Nachricht: Rollladen nachrüsten ist bei nahezu jedem Gebäude möglich und lohnt sich in vielerlei Hinsicht. Ob Altbau oder Neubau, Mietwohnung oder Eigenheim – moderne Nachrüstsysteme bieten für jede Situation die passende Lösung. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles über die verschiedenen Möglichkeiten, realistische Kostenkalkulationen und attraktive Förderprogramme, die Ihnen bei der Finanzierung helfen können.
Warum Rollladen nachrüsten? Die wichtigsten Vorteile im Überblick
Bevor wir in die technischen Details einsteigen, lohnt sich ein Blick auf die konkreten Vorteile, die das Nachrüsten von Rollladen mit sich bringt. Diese gehen weit über den reinen Sonnenschutz für Fenster hinaus und betreffen mehrere wichtige Aspekte des Wohnkomforts.
Energieeffizienz und Wärmedämmung
Einer der wichtigsten Gründe für das Nachrüsten von Rollladen ist die verbesserte Energieeffizienz. Geschlossene Rollladen bilden ein zusätzliches Luftpolster vor dem Fenster, das wie eine Isolierschicht wirkt. Im Winter reduziert sich dadurch der Wärmeverlust durch die Fensterflächen um bis zu 20 Prozent. Das bedeutet konkret niedrigere Heizkosten und einen wertvollen Beitrag zur energetischen Sanierung Ihres Hauses. Im Sommer funktioniert der Effekt umgekehrt: Die Rollladen halten die Hitze draußen und reduzieren so den Bedarf an Klimatisierung. Besonders bei südausgerichteten Fenstern oder bodentiefen Fenstern macht sich dieser Effekt deutlich bemerkbar.
Einbruchschutz und Sicherheit
Rollladen stellen ein zusätzliches mechanisches Hindernis für potenzielle Einbrecher dar. Hochwertige Systeme mit verstärkten Lamellen und speziellen Hochschiebesicherungen erhöhen den Einbruchschutz erheblich. In Kombination mit abschließbaren Fenstergriffen und weiteren Maßnahmen zum Einbruchschutz an Fenstern entsteht ein wirksames Sicherheitskonzept. Viele Versicherungen honorieren diese Investition übrigens mit reduzierten Beiträgen.
Schallschutz und Lärmminderung
Wer an einer vielbefahrenen Straße wohnt oder andere Lärmquellen in der Nähe hat, profitiert vom verbesserten Schallschutz durch Rollladen. Die zusätzliche Schicht vor dem Fenster dämpft Außengeräusche spürbar und trägt zu einem ruhigeren Wohnambiente bei. Besonders nachts, wenn die Rollladen ohnehin geschlossen sind, verbessert sich die Schlafqualität deutlich. Wer noch mehr Ruhe benötigt, sollte zusätzlich über Schallschutzfenster nachdenken.
Lichtregulierung und Privatsphäre
Mit Rollladen lässt sich der Lichteinfall stufenlos regulieren – von vollständiger Verdunkelung der Fenster bis zu angenehm gedämpftem Tageslicht. Das ist besonders im Schlafzimmer oder bei Arbeitsplätzen am Bildschirm von Vorteil. Gleichzeitig bieten geschlossene Rollladen optimalen Sichtschutz für Fenster und schützen Ihre Privatsphäre vor neugierigen Blicken.

Welche Systeme eignen sich zum Rollladen nachrüsten?
Wenn Sie Rollladen nachrüsten möchten, stehen Ihnen verschiedene Systeme zur Verfügung, die sich in Montageaufwand, Kosten und Optik unterscheiden. Die Wahl des passenden Systems hängt von mehreren Faktoren ab: der Bausubstanz, den räumlichen Gegebenheiten, dem Budget und natürlich Ihren persönlichen Anforderungen.
Vorbau-Rollladen: Die flexible Standardlösung
Vorbau-Rollladen werden auf der Fassade vor dem Fenster montiert und sind die beliebteste Lösung für die Nachrüstung. Der Rollladenkasten sitzt dabei oberhalb des Fensters an der Außenwand. Diese Variante bietet mehrere Vorteile: Die Montage ist relativ unkompliziert und kann meist ohne größere bauliche Eingriffe erfolgen. Es ist keine Innenmontage erforderlich, wodurch Schmutz und Lärm in den Wohnräumen vermieden werden. Vorbau-Rollladen eignen sich für nahezu alle Fenstertypen und können auch nachträglich bei Holzfenstern, Kunststofffenstern und Aluminiumfenstern angebracht werden. Die Rollladenkästen sind heute gut gedämmt, sodass keine nennenswerten Wärmebrücken entstehen. Optisch fügen sich moderne Systeme harmonisch in die Fassade ein und sind in verschiedenen Farben erhältlich, von klassischem Weiß über Anthrazit für Fenster bis zu Holzdekoren.
Aufsatz-Rollladen: Die elegante Integration
Aufsatz-Rollladen werden direkt auf den Fensterrahmen aufgesetzt und bilden mit diesem eine optische Einheit. Diese Lösung ist besonders bei der Altbausanierung interessant, wenn ohnehin neue Fenster eingebaut werden. Der Vorteil liegt in der kompakten Bauweise und der nahtlosen Integration ins Gesamtbild. Allerdings ist diese Variante in der Nachrüstung aufwendiger, da sie meist einen Austausch der kompletten Fenstereinheit erfordert. Die Kosten liegen daher höher als bei Vorbau-Systemen, das Ergebnis überzeugt jedoch durch Ästhetik und Funktionalität.
Unterputz-Rollladen: Für Sanierungen mit Anspruch
Bei Unterputz-Rollladen verschwindet der Rollladenkasten komplett in der Wand oder im Fenstersturz. Diese Lösung bietet die eleganteste Optik, ist aber auch die aufwendigste Variante. Unterputz-Rollladen werden hauptsächlich im Neubau eingesetzt, können aber bei umfassenden Sanierungen mit ohnehin geplanten Mauerarbeiten eine Option sein. Besonders bei der Fassadensanierung lässt sich diese Variante gut integrieren. Von innen sind nur die Führungsschienen sichtbar, was ein sehr aufgeräumtes Erscheinungsbild ergibt.
Minirollladen und Textilrollladen: Die schlanken Alternativen
Für Situationen, in denen herkömmliche Systeme aus Platzgründen nicht realisierbar sind, bieten sich kompakte Alternativen an. Minirollladen haben besonders schmale Kästen und eignen sich gut für kleinere Fenster oder wenn der Raum über dem Fenster begrenzt ist. Textilrollladen aus beschichtetem Gewebe sind eine weitere platzsparende Lösung, die sich besonders für Mietwohnungen eignet, da die Montage meist reversibel ist. Diese Systeme bieten zwar nicht denselben Einbruchschutz wie robuste Aluminium-Rollladen, erfüllen aber ihre Aufgaben beim Sonnenschutz und bei der Wärmedämmung durchaus zufriedenstellend.
Antriebsarten: Manuell, elektrisch oder smart?
Beim Rollladen nachrüsten müssen Sie sich auch für eine Antriebsart entscheiden. Diese Wahl beeinflusst nicht nur den Bedienkomfort, sondern auch die Gesamtkosten und die Installationsmöglichkeiten.
Gurtwickler: Der klassische manuelle Antrieb
Die einfachste und kostengünstigste Variante ist der traditionelle Gurtwickler. Ein Zuggurt führt von der Rollladenwelle durch ein Loch in der Laibung nach innen, wo er um eine Wickelrolle geführt wird. Durch Ziehen am Gurt wird der Rollladen auf- und abgewickelt. Diese Lösung ist wartungsarm, zuverlässig und benötigt keinen Stromanschluss. Allerdings erfordert sie bei jedem Fenster manuelle Arbeit, was bei vielen Fenstern zeitaufwendig werden kann. Für einzelne Fenster oder bei kleinem Budget ist der Gurtantrieb aber nach wie vor eine solide Wahl.
Kurbelantrieb: Die kraftsparende Alternative
Für größere oder schwerere Rollladen bietet sich ein Kurbelantrieb an. Dabei wird eine Kurbel in eine Vorrichtung an der Wand gesteckt und gedreht. Durch die Hebelwirkung lassen sich auch schwere Panzerbehänge leicht bewegen. Die Kurbel kann nach Gebrauch abgenommen und verstaut werden. Diese Lösung eignet sich besonders für Hebeschiebetüren oder große Fensterfronten, wo Gurtwickler an ihre Grenzen stoßen würden.
Elektrischer Antrieb: Komfort auf Knopfdruck
Der elektrische Rollladen-Antrieb bietet den höchsten Bedienkomfort. Per Schalter, Fernbedienung oder Zeitschaltuhr lassen sich die Rollladen mühelos steuern. Besonders bei mehreren Fenstern oder schwer erreichbaren Montageorten ist diese Lösung ideal. Moderne Rohrmotoren werden direkt in die Rollladenwelle eingebaut und arbeiten leise und zuverlässig. Wichtig ist jedoch, dass eine Stromversorgung vorhanden oder nachzurüsten ist. Bei der Nachrüstung kann dies zusätzliche Elektroarbeiten bedeuten, was die Kosten erhöht. Alternativ gibt es auch Akkumotoren oder solarbetriebene Systeme, die ohne Verkabelung auskommen.
Smart Home Integration: Die Zukunft der Rollladensteuerung
Die modernste Variante ist die Einbindung in ein Smart Home System. Über WLAN oder Funkstandards wie Z-Wave oder Zigbee kommunizieren die Rollladen-Antriebe mit einer Zentrale. So können Sie Ihre Rollladen per App steuern – auch von unterwegs. Automatische Szenarien sind möglich: Die Rollladen fahren morgens zur Weckzeit hoch, passen sich an den Sonnenstand an oder simulieren bei Abwesenheit Anwesenheit. Sensoren für Helligkeit, Temperatur oder Wind können die Steuerung optimieren. Auch Sprachsteuerung über Alexa, Google Assistant oder Siri ist möglich. Diese Lösungen bedeuten zwar höhere Anfangsinvestitionen, bieten aber maximalen Komfort und Energiesparpotenzial durch intelligente Automatisierung.

Kosten für das Rollladen nachrüsten: Realistische Preisübersicht
Eine der wichtigsten Fragen beim Rollladen nachrüsten ist natürlich: Was kostet das Ganze? Die Preisspanne ist beträchtlich und hängt von zahlreichen Faktoren ab. Hier erhalten Sie einen detaillierten Überblick über die zu erwartenden Kosten.
Materialkosten nach System und Ausstattung
Die reinen Materialkosten für Rollladen beginnen bei etwa 150 bis 250 Euro pro Fenster für einfache Vorbau-Systeme mit Gurtantrieb in Standardgröße (etwa 120 x 140 cm). Hochwertigere Aluminium-Rollladen mit besserer Dämmung und stabileren Führungsschienen liegen bei 300 bis 500 Euro. Mit elektrischem Antrieb müssen Sie pro Fenster mit 400 bis 700 Euro rechnen, je nach Motorqualität und Steuerungsoptionen. Smart Home-fähige Systeme starten bei etwa 600 Euro und können bis zu 1.000 Euro oder mehr kosten. Bei größeren Fenstern, Terrassentüren oder speziellen Anforderungen wie erhöhtem Einbruchschutz oder Lärmschutz steigen die Preise entsprechend. Aufsatz- und Unterputz-Systeme sind generell teurer als Vorbau-Rollladen, hier sollten Sie mit mindestens 500 bis 800 Euro pro Fenster kalkulieren.
Montagekosten und Installationsaufwand
Die Montagekosten variieren stark je nach System und örtlichen Gegebenheiten. Für die Installation von Vorbau-Rollladen berechnen Fachbetriebe typischerweise 100 bis 250 Euro pro Fenster. Der Aufwand ist überschaubar: Rollladenkasten und Führungsschienen werden mit der Fassade verschraubt, bei elektrischen Antrieben kommt die Verkabelung hinzu. Bei mehreren Fenstern sind oft Mengenrabatte möglich. Deutlich aufwendiger und teurer wird es, wenn bauliche Anpassungen nötig sind: Wenn für Unterputz-Systeme Stürze aufgestemmt oder bei der Fassadensanierung zusätzliche Arbeiten erforderlich werden, können die Montagekosten auf 300 bis 600 Euro oder mehr pro Fenster steigen. Elektriker-Leistungen für Stromanschlüsse sind dabei noch nicht eingerechnet und können zusätzlich 50 bis 150 Euro pro Fenster ausmachen.
Gesamtkosten: Beispielrechnungen für typische Szenarien
Um Ihnen eine bessere Vorstellung zu geben, hier einige realistische Beispielrechnungen. Ein Einfamilienhaus mit 8 Standardfenstern, ausgestattet mit Vorbau-Rollladen der mittleren Preisklasse und Gurtantrieb, kommt auf Materialkosten von etwa 2.400 Euro (8 x 300 Euro) plus Montagekosten von rund 1.200 Euro (8 x 150 Euro), also insgesamt circa 3.600 Euro. Entscheiden Sie sich für elektrische Antriebe, steigen die Materialkosten auf etwa 4.000 Euro (8 x 500 Euro), plus Montage und Elektrik auf rund 2.400 Euro (8 x 300 Euro), zusammen also etwa 6.400 Euro. Smart Home-Systeme mit allen Extras können für dasselbe Haus schnell 8.000 bis 10.000 Euro oder mehr kosten. Bei kleineren Objekten oder wenn Sie nur besonders wichtige Fenster (z.B. Süd- und Westseite) ausstatten, reduzieren sich die Kosten entsprechend. Wichtig: Diese Zahlen sind Richtwerte. Regionale Unterschiede bei Handwerkerkosten und individuelle Gegebenheiten können die tatsächlichen Preise beeinflussen. Holen Sie daher immer mehrere Angebote ein und vergleichen Sie sorgfältig.
Laufende Kosten und Amortisation
Neben den Anschaffungskosten sollten Sie auch laufende Kosten betrachten. Elektrische Rollladen verbrauchen Strom, allerdings ist dieser Verbrauch minimal – meist nur wenige Euro pro Jahr für alle Fenster zusammen. Wartungskosten fallen bei qualitativ hochwertigen Systemen kaum an. Eine jährliche Sichtprüfung und gelegentliches Reinigen der Führungsschienen genügen meist. Der wirtschaftliche Vorteil entsteht durch Energieeinsparungen: Je nach Gebäudezustand und Heizkosten können Sie durch bessere Wärmedämmung jährlich 50 bis 150 Euro an Heizkosten sparen. Bei steigenden Energiepreisen amortisieren sich die Investitionskosten für Rollladen oft bereits nach 10 bis 15 Jahren. Hinzu kommen weitere schwer bezifferbare Vorteile wie erhöhter Wohnkomfort, besserer Schlaf und höhere Sicherheit.
Förderungen für das Rollladen nachrüsten 2025
Die gute Nachricht: Das Rollladen nachrüsten wird unter bestimmten Voraussetzungen staatlich gefördert. Diese Förderungen können die Investitionskosten erheblich reduzieren und machen die Entscheidung für hochwertige Systeme deutlich attraktiver.
KfW-Förderung für energetische Sanierungsmaßnahmen
Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) bietet verschiedene Programme zur Förderung energetischer Sanierungen. Rollladen können als Teil einer umfassenden energetischen Sanierung gefördert werden, besonders wenn sie in Kombination mit anderen Maßnahmen wie dem Austausch der Fenster oder der Dämmung der Fassade erfolgen. Im Programm „Wohngebäude – Kredit (261)“ können Sie zinsgünstige Kredite mit Tilgungszuschüssen erhalten. Alternativ bietet das Programm „Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)“ direkte Zuschüsse. Die Förderhöhe hängt vom energetischen Standard ab, den das Gebäude nach der Sanierung erreicht. Wichtig: Der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden, und die Arbeiten müssen von einem zertifizierten Energieberater begleitet werden. Details zur KfW Förderung für Fenster gelten analog auch für Rollladensysteme, wenn diese Teil einer Gesamtmaßnahme sind.
BAFA-Förderung: Zuschüsse für Einzelmaßnahmen
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert im Rahmen der BEG auch Einzelmaßnahmen. Wenn Rollladen als Sonnenschutz-Maßnahme zur Reduktion der sommerlichen Überhitzung dienen, können sie gefördert werden. Die Fördersätze liegen bei bis zu 20 Prozent der förderfähigen Kosten. Auch hier gilt: Antragstellung vor Maßnahmenbeginn ist Pflicht. Die BAFA Förderung für Fenster umfasst unter bestimmten Bedingungen auch zugehörige Sonnenschutzsysteme wie Rollladen. Informieren Sie sich auf der BAFA-Website über die aktuellen Bedingungen, da sich Förderprogramme regelmäßig ändern.
Regionale und kommunale Förderprogramme
Viele Bundesländer, Städte und Gemeinden bieten zusätzliche Förderprogramme an. Diese können Zuschüsse für energetische Sanierungen, Einbruchschutz oder Lärmschutz umfassen – alles Bereiche, in denen Rollladen eine Rolle spielen. Die Förderbedingungen und -höhen variieren stark, daher lohnt sich eine Recherche bei Ihrer Kommune oder Ihrem Bundesland. Oft sind diese regionalen Programme mit den Bundes-Förderungen kombinierbar, was die Wirtschaftlichkeit weiter verbessert. Auch manche Energieversorger bieten Zuschüsse für energiesparende Maßnahmen an – eine Nachfrage kann sich lohnen.
Steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen
Unabhängig von spezifischen Förderprogrammen können Sie Handwerkerleistungen steuerlich geltend machen. 20 Prozent der Arbeitskosten (maximal 1.200 Euro pro Jahr) können direkt von der Steuerschuld abgezogen werden. Dies gilt für Montage- und Installationsarbeiten, nicht aber für Materialkosten. Bei umfassenden energetischen Sanierungen gibt es zusätzlich die Möglichkeit, 20 Prozent der Gesamtkosten (inklusive Material) über drei Jahre verteilt steuerlich abzusetzen – maximal 40.000 Euro pro Wohneinheit. Voraussetzung ist, dass das Gebäude älter als zehn Jahre ist. Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater über die für Sie optimale Variante.

Praktische Tipps für die Planung und Umsetzung
Wenn Sie sich entschieden haben, Rollladen nachrüsten zu lassen, gibt es einige praktische Aspekte zu beachten, die den Erfolg des Projekts maßgeblich beeinflussen.
Die richtige Planung: Prioritäten setzen
Nicht jedes Fenster benötigt zwingend einen Rollladen. Setzen Sie Prioritäten: Räume mit hohem Wärmeschutz-Bedarf (Wohnzimmer mit großen Fenstern, Schlafzimmer) oder besonders exponierte Fenster (Südseite, Erdgeschoss) sollten zuerst ausgestattet werden. Auch Aspekte wie Lärmbelästigung oder Einbruchsgefahr können die Prioritätensetzung beeinflussen. Wenn das Budget begrenzt ist, können Sie das Projekt auch in Etappen umsetzen. Planen Sie aber die Gesamtlösung von Anfang an durch, damit später alles harmonisch zusammenpasst – insbesondere bei elektrischen oder Smart Home-Systemen.
Fachbetrieb finden und Angebote einholen
Die Qualität der Montage ist entscheidend für die Langlebigkeit und Funktion der Rollladen. Beauftragen Sie daher unbedingt einen Fachbetrieb mit Erfahrung in der Nachrüstung. Holen Sie mindestens drei Angebote ein und vergleichen Sie nicht nur die Preise, sondern auch die angebotenen Systeme, Garantieleistungen und Referenzen. Lassen Sie sich vor Ort beraten – gute Fachbetriebe nehmen sich Zeit für eine Bestandsaufnahme und individuelle Empfehlungen. Fragen Sie nach bereits realisierten Projekten und eventuell nach Kontakten zu früheren Kunden. Achten Sie darauf, dass der Betrieb auch die erforderlichen Nachweise für Förderanträge ausstellen kann.
Auf Qualität achten: Material und Verarbeitung
Bei Rollladen zahlt sich Qualität aus. Hochwertige Aluminium-Lamellen mit guter Dämmung, robuste Führungsschienen und langlebige Motoren kosten zwar mehr, arbeiten aber zuverlässiger und länger. Achten Sie auf CE-Kennzeichnung und deutsche oder europäische Qualitätsstandards. Besonders bei elektrischen Antrieben lohnt sich der Griff zu Markenprodukten – günstige No-Name-Motoren fallen oft nach wenigen Jahren aus. Auch die Qualität der Rollladenkästen ist wichtig: Diese sollten gut gedämmt sein, um Wärmebrücken zu vermeiden. Fragen Sie nach U-Werten und Schallschutzklassen, wenn diese Aspekte für Sie relevant sind.
Kombination mit anderen Maßnahmen prüfen
Wenn Sie ohnehin eine umfassende Sanierung planen, lassen sich Synergien nutzen. Das Nachrüsten von Rollladen passt gut zu anderen Maßnahmen wie dem Abdichten von Fenstern, dem Einbau neuer Fensterbänke oder einer Fassadendämmung. Auch das gleichzeitige Anbringen von Fliegengitter an Fenstern kann sinnvoll sein. Bei kombinierten Maßnahmen ergeben sich oft Kostenvorteile, da Rüstkosten und Anfahrten nur einmal anfallen. Zudem sind die Fördermöglichkeiten bei Gesamtpaketen oft besser als bei Einzelmaßnahmen.
Häufige Fragen zum Rollladen nachrüsten
Kann man Rollladen auch in Mietwohnungen nachrüsten?
Grundsätzlich ja, allerdings benötigen Sie als Mieter die Zustimmung des Vermieters, da es sich um bauliche Veränderungen handelt. In vielen Fällen sind Vermieter offen für solche Verbesserungen, besonders wenn sie die Kosten nicht tragen müssen. Klären Sie vorab auch, ob Sie die Rollladen bei Auszug wieder entfernen müssen oder ob Sie eine Ablöse erhalten können. Für Mietwohnungen eignen sich besonders Systeme, die sich ohne große bauliche Eingriffe montieren lassen.
Wie lange dauert die Montage von Rollladen?
Die Montage eines einzelnen Vorbau-Rollladens mit manuellem Antrieb dauert in der Regel 2 bis 4 Stunden. Bei elektrischen Systemen oder wenn Verkabelung erforderlich ist, kann es länger dauern. Ein ganzes Haus mit 8 Fenstern lässt sich meist an ein bis zwei Arbeitstagen ausstatten, abhängig von der Komplexität und eventuell erforderlichen Zusatzarbeiten.
Müssen Rollladen gewartet werden?
Qualitativ hochwertige Rollladen sind sehr wartungsarm. Eine jährliche Sichtprüfung, gelegentliches Reinigen der Führungsschienen und des Panzers sowie bei Bedarf das Nachölen beweglicher Teile genügen meist. Elektrische Antriebe sollten bei Auffälligkeiten von einem Fachmann überprüft werden. Eine regelmäßige Pflege verlängert die Lebensdauer deutlich.
Sind Rollladen auch im Sommer sinnvoll?
Absolut! Im Sommer ist die Schutzwirkung gegen Hitze sogar besonders ausgeprägt. Tagsüber geschlossene Rollladen halten die Wärme draußen und können die Raumtemperatur um mehrere Grad senken. Besonders bei südausgerichteten Fenstern und in Dachgeschossen macht sich dieser Effekt deutlich bemerkbar. Die Investition lohnt sich also ganzjährig.
Fazit: Rollladen nachrüsten lohnt sich
Das Rollladen nachrüsten ist eine Investition, die sich in vielerlei Hinsicht auszahlt. Die Kombination aus verbesserter Energieeffizienz, erhöhter Sicherheit, besserem Wohnkomfort und attraktiven Fördermöglichkeiten macht diese Maßnahme zu einer der sinnvollsten Modernisierungen am Haus. Mit Kosten zwischen 250 und 700 Euro pro Fenster für gängige Systeme ist die Nachrüstung zudem erschwinglicher als viele denken – besonders wenn Sie staatliche Förderungen nutzen. Die technische Vielfalt moderner Rollladensysteme ermöglicht Lösungen für nahezu jede Bausituation, vom Altbau bis zum modernen Einfamilienhaus. Ob Sie sich für manuelle, elektrische oder smarte Systeme entscheiden, hängt von Ihren individuellen Anforderungen und Ihrem Budget ab. Wichtig ist in jedem Fall die sorgfältige Planung, die Beauftragung eines qualifizierten Fachbetriebs und die Wahl hochwertiger Komponenten. So werden Ihre neuen Rollladen zu einem langlebigen Gewinn für Ihr Zuhause, der Ihnen täglich Komfort und Einsparungen bringt. Zögern Sie nicht, das Projekt anzugehen – mit den richtigen Informationen und professioneller Unterstützung ist das Nachrüsten von Rollladen ein überschaubares Vorhaben mit großer Wirkung.