Kellerfenster: Sicherheit, Größen, Austausch & Kosten 2026

Kellerfenster richtig austauschen: Standardgrößen, Sicherheit (RC2/RC3), Materialien, Kosten 2026 und Förderung. Der komplette Ratgeber inklusive Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Modernes Kunststoff-Kellerfenster mit Lichtschacht an einer Hausaußenwand

Kellerfenster werden oft stiefmütterlich behandelt – dabei sind sie ein zentraler Faktor für Sicherheit, Energieeffizienz und Wohnkomfort im Untergeschoss. Rund 10 % aller Wohnungseinbrüche erfolgen über den Keller, und alte, zugige Stahlfenster lassen jedes Jahr bares Geld als Wärmeverlust entweichen. Dieser Ratgeber zeigt dir, welche Größen üblich sind, welche Materialien sich für welchen Kellertyp eignen, wie du dein Kellerfenster einbruchsicher machst und was ein moderner Austausch 2026 wirklich kostet.

Kurzantwort: Kellerfenster sind in Standardmaßen von 50 × 40 cm bis 100 × 80 cm erhältlich, kosten als Kunststoff-Dreh-Kipp-Variante zwischen 80 und 450 € (Material) und sollten beim Austausch mindestens RC2-Sicherheit, einen U-Wert ≤ 1,1 W/(m²K) und Pilzkopfverriegelung haben. Mit Einbau liegen die Gesamtkosten meist bei 250 bis 800 € pro Fenster.

Inhaltsverzeichnis

Was Kellerfenster ausmacht – die Grundlagen

Kellerfenster unterscheiden sich in mehreren wesentlichen Punkten von normalen Wohnraumfenstern: Sie sind kleiner, oft breiter als hoch, sitzen meist halb oder ganz unter Erdgleiche und sind durch ihre Lage besonders Feuchtigkeit, Schmutz und Einbruchsversuchen ausgesetzt. Genau diese Besonderheiten machen die Auswahl knifflig – und Fehler beim Austausch teuer.

Anders als bei Wohnraumfenstern gibt es für Kellerfenster keine festen DIN-Normen für die Größe. Hersteller orientieren sich aber an den gängigen Lichtschacht- und Mauerwerksmaßen, sodass sich in der Praxis ein Korridor von etwa 50 bis 100 cm Breite und 40 bis 100 cm Höhe etabliert hat. Diese Konventionen erleichtern den Austausch – wenn dein Altbestand in dieses Raster passt, findest du Standardware. Andernfalls brauchst du eine Maßanfertigung im Fenster Online Shop.

Warum Kellerfenster eine Sonderrolle haben

Drei Faktoren machen Kellerfenster zur eigenen Disziplin im Fensterbau:

  • Querformat statt Hochformat: Die meisten Kellerfenster sind breiter als hoch. Das erzeugt starke Hebelkräfte auf die Beschläge, weshalb hochwertige Pilzkopfverriegelungen Pflicht sind.
  • Feuchtelast von außen: Spritzwasser, Schneematsch und stehendes Wasser im Lichtschacht greifen Rahmen und Dichtungen stärker an als bei jedem anderen Fenster im Haus.
  • Niedrige Höhe = Einbrecher-Magnet: Wer auf Bauchhöhe einsteigen kann, ohne sich strecken zu müssen, findet im Kellerfenster die einfachste Schwachstelle des Hauses.

ℹ️ Gut zu wissen: Auch wenn dein Keller nur Lagerraum ist, lohnt sich der Austausch alter Stahlrahmen-Fenster fast immer. Sie sind energetisch katastrophal (U-Wert oft > 5 W/(m²K)) und senken die Energieklasse deines Hauses merklich – nachzulesen in unserem Ratgeber zum Einfluss von Fenstern auf den Energieausweis.

Kellerfenster-Größen: Standardmaße im Überblick

Standardgrößen sind dein Freund: Sie sind günstiger, schneller verfügbar und passen in 80 % der typischen deutschen Lichtschächte. Eine ausführliche Übersicht aller Fenster-Standardgrößen findest du in unserem Ratgeber zu Fenstermaßen und DIN-Standards – hier konzentrieren wir uns auf die kellerspezifischen Maße.

Gängige Standardmaße in Deutschland

Breite × Höhe Typischer Einsatz Glasfläche
50 × 40 cm Sehr kleine Lagerkeller, Heizungsraum ~0,1 m²
60 × 40 cm Klassiker für Altbauten der 50er–70er ~0,16 m²
80 × 50 cm Standard im Einfamilienhaus ~0,3 m²
80 × 60 cm Standard moderner Neubauten ~0,4 m²
100 × 60 cm Großzügige Lichtschächte, Hobbykeller ~0,5 m²
100 × 80 cm Wohnkeller, Souterrain ~0,7 m²
125 × 100 cm Wohnkeller, Hochkeller-Souterrain ~1,1 m²

Die in der Tabelle genannten Maße sind Rohbaulichtmaße – also die Öffnung in der Wand, in die das Fenster eingesetzt wird. Das Fertigfenster ist immer 1–2 cm kleiner, damit es passgenau eingebaut werden kann.

So nimmst du das Aufmaß richtig

Bevor du ein neues Kellerfenster bestellst, brauchst du drei Maße – idealerweise jeweils an drei Stellen geprüft, weil alte Wände selten exakt rechtwinklig sind:

  1. Breite (Rohbaulichtmaß): Innenseite Mauerwerk links bis rechts, oben/mitte/unten messen, kleinster Wert zählt.
  2. Höhe (Rohbaulichtmaß): Innenseite Mauerwerk oben bis unten, links/mitte/rechts messen, kleinster Wert zählt.
  3. Maueröffnungstiefe: Wandstärke, in die das Fenster eingebaut werden soll – relevant für die Rahmen-Bautiefe.

⚠️ Wichtig: Miss niemals nur das alte Fenster aus und addiere willkürliche Toleranzen. Alte Stahlfenster sind oft direkt einbetoniert – das tatsächliche Mauerwerksmaß weicht dann erheblich ab. Lieber den Lichtschacht oder einen kleinen Putzstreifen aufkratzen, um das echte Rohmaß zu finden.

Materialien im Vergleich: Kunststoff, Metall, Holz

Welches Material das richtige ist, hängt entscheidend davon ab, wofür der Keller genutzt wird – und welche Anforderungen an Wärmedämmung, Optik und Wartungsaufwand bestehen. Eine ausführliche Material-Gegenüberstellung für Wohnräume findest du in unserem Material-Vergleich für Fenster. Für Kellerfenster gelten teilweise andere Prioritäten.

Kriterium Kunststoff Metall (Stahl) Holz
Preis (Material) 80–450 € 70–150 € 300–600 €
U-Wert (Rahmen) 0,9–1,3 W/(m²K) 3,0–5,0 W/(m²K) 1,1–1,4 W/(m²K)
Wartung Sehr gering Mittel (Rost!) Hoch
Lebensdauer 40–50 Jahre 25–40 Jahre 30–50 Jahre
Feuchteresistenz Sehr gut Mit Beschichtung gut Bedingt geeignet
Empfehlung für ✅ Wohnkeller Lagerkeller Denkmalschutz

Kunststoff: Der Allrounder fürs Untergeschoss

Für rund 80 % aller Kellerfenster-Austausche ist Kunststoff (PVC) die beste Wahl. Das Material ist günstig, extrem feuchteresistent, pflegeleicht und bringt von Haus aus sehr gute Dämmwerte mit. Moderne Kunststoffkellerfenster mit Mehrkammerprofilen erreichen U-Werte um 1,1 W/(m²K) – ein dramatischer Sprung gegenüber alten Stahlfenstern mit Werten um 5 W/(m²K).

Bei Wohnkellern oder ausgebauten Hobbyräumen führt an Kunststoff kein Weg vorbei. Wer sich grundsätzlich für das Material interessiert, findet in unserem Beitrag zu pflegeleichten Fensterrahmen-Materialien eine vertiefende Übersicht.

Metall: Der Klassiker für Lagerkeller

Stahlfenster mit Lochblech oder Drahtgewebe sind seit den 1950ern der Standard für unbeheizte Lagerkeller. Ihre Vorteile: günstige Anschaffung, gute Belüftung durch das Lochblech und akzeptable Sicherheit. Ihre Nachteile sind aber gravierend, sobald der Keller beheizt wird:

  • Extrem schlechte Wärmedämmung (Wärmebrücke!)
  • Anfällig für Rost, vor allem im Bereich der Lichtschachtwasserablaufkanten
  • Lochblech bietet keinen Wetterschutz

Wenn dein Heizungs- oder Vorratskeller wirklich nie beheizt wird und keine Wäsche dort getrocknet wird, kann ein Metallfenster die preiswerte Lösung sein. Sobald der Keller aber Teil der thermischen Hülle ist, gehört Stahl ausgetauscht.

Holz: Nur in Sonderfällen

Ein Holzfenster im Keller ist eher die Ausnahme. Holz braucht regelmäßige Pflege, ist anfällig für Feuchteschäden und im Untergeschoss permanent suboptimalen Bedingungen ausgesetzt. Sinnvoll wird Holz nur bei denkmalgeschützten Altbauten oder Sichtbeziehung von außen, wo das Material zur Fassadenoptik passen muss. Für solche Fälle empfehlen wir Holz-Alu-Konstruktionen, die innen den Holzcharakter behalten und außen mit einer Aluminiumschale wetterfest werden.

Sicherheit & Einbruchschutz

Die Polizei ist eindeutig: Kellerfenster gehören zu den am häufigsten überwundenen Einstiegspunkten. Die Hebelangriffe dauern bei einfachen Standardbeschlägen oft weniger als 30 Sekunden. Wer sein Kellerfenster austauscht, sollte deshalb zwingend in mindestens RC2-Sicherheit investieren – die Mehrkosten sind überschaubar (etwa 80–150 € pro Fenster) und der Schutzgewinn enorm.

RC-Klassen: Was du wissen musst

Klasse Widerstand gegen Empfehlung Keller
RC1 N Körperliche Gewalt (Werfen, Treten) Zu schwach
RC2 Einfache Werkzeuge (Schraubendreher, Zange) – 3 Min. ✅ Mindeststandard
RC3 Profi-Werkzeug (Brecheisen, Hebelbohrer) – 5 Min. ✅ Empfohlen für Wohnkeller
RC4–RC6 Schwere Werkzeuge bis Elektrowerkzeug Nur bei besonderem Schutzbedarf

RC2 ist die offizielle Empfehlung der Polizei für Privathaushalte. Die Klasse umfasst sowohl die Verglasung (P4A-Sicherheitsglas) als auch den Beschlag und die Verankerung im Mauerwerk. Eine Tiefen­einführung in die Klassen findest du in unserem Beitrag zu Fenstern mit Einbruchhemmung und RC-Klassen.

Pilzkopfverriegelung am Kellerfenster Detail RC2-Sicherheit
Detail einer Pilzkopfverriegelung – die wirksamste Einzelmaßnahme gegen Einbruchversuche am Kellerfenster.

Pilzkopfverriegelung: Pflicht im Keller

Die wichtigste Einzelmaßnahme ist die Pilzkopfverriegelung. Anders als gängige Rollzapfen werden Pilzköpfe in Schließbleche eingehakt und können nicht mehr aus dem Rahmen herausgehebelt werden. Bei Kellerfenstern empfehlen wir mindestens vier Pilzköpfe pro Fenster – dank Querformat-Bauweise sitzen die Hebelpunkte sonst zu nah beieinander. Wie die Nachrüstung an bestehenden Fenstern funktioniert, zeigt dir unser Ratgeber zur Pilzkopfverriegelung-Nachrüstung.

Weitere Sicherheits-Maßnahmen für Kellerfenster

  • Sicherheitsglas (P4A): Mehrlagiges Verbundsicherheitsglas widersteht Einschlagversuchen deutlich länger als normales Floatglas.
  • Abschließbare Fenstergriffe: Verhindern, dass Einbrecher das Fenster nach Glasbruch durch das eingeschlagene Loch öffnen können.
  • Lichtschachtabdeckung mit Sicherung: Stabile Gitter aus verzinktem Stahl, gegen Aushebeln gesichert.
  • Alarmkontakte: Smarte Fensterkontakte melden geöffnete oder zerstörte Fenster sofort an dein Smartphone.
  • Bewegungsmelder mit Licht: Im Lichtschacht oder davor – grelles Licht ist eines der einfachsten Abschreckungsmittel.

💡 Praxis-Tipp: Auch das stabilste Kellerfenster nützt nichts, wenn es nachts auf Kipp steht. Gekippte Fenster gelten versicherungsrechtlich oft als „offen“ – ein Einbruch wird dann unter Umständen nicht reguliert. Geh nachts oder bei längerer Abwesenheit auf Nummer sicher und schließe komplett.

Kellerfenster austauschen: Schritt-für-Schritt

Der Austausch eines Kellerfensters ist eine der dankbarsten Heimwerker-Aufgaben rund ums Haus – wenn der Altbestand in einem Holzrahmen oder einem nicht-betoniert eingesetzten Stahlrahmen sitzt. Bei direkt einbetonierten Stahlfenstern wird es deutlich anspruchsvoller, dann lohnt sich ein Fachbetrieb. Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung für den klassischen Fenstereinbau findest du in unserem Ratgeber Fenster einbauen Schritt für Schritt.

Der Austausch in 7 Schritten

  1. Aufmaß nehmen: Wie oben beschrieben das Rohbaulichtmaß ermitteln.
  2. Neues Fenster bestellen: Mit RC2-Sicherheit, Pilzkopfverriegelung und mindestens 2-fach-Wärmeschutzverglasung. Die Lieferzeit beträgt im Online-Versand oft 3–6 Wochen.
  3. Altes Fenster entfernen: Glas mit Klebeband sichern, Flügel aushängen, Rahmen mit Stichsäge oder Trennschleifer (bei Stahl) zerteilen und herausarbeiten.
  4. Laibung vorbereiten: Mörtelreste entfernen, Wand sauber abkehren, beschädigte Stellen mit Reparaturmörtel ausbessern.
  5. Neues Fenster einsetzen: Mit Tragklötzen ausrichten (Wasserwaage!), mit Rahmendübeln oder Laschen befestigen.
  6. Abdichten: Wichtig ist die korrekte Drei-Ebenen-Abdichtung nach RAL. Mehr dazu in unserem Beitrag zur RAL-Montage.
  7. Innen verputzen und einstellen: Innenputz oder Leibungsplatten anbringen, Beschlag einstellen, Gangart prüfen. Den Feinjustiervorgang beschreibt unser Ratgeber zum Fenster einstellen.

Dauer und Aufwand

Ein Profi-Monteur tauscht ein Kellerfenster in 1,5–2,5 Stunden. Wer als Heimwerker zum ersten Mal antritt, plant realistisch 4–6 Stunden inklusive Putzarbeiten. Bei einbetonierten Stahlrahmen können daraus auch 8–10 Stunden werden – inklusive Staub und Lärm.

Kosten und Förderung 2026

Kellerfenster sind unter den günstigsten Fenstern überhaupt – allein wegen ihrer kleinen Maße. Die Materialkosten beginnen bei rund 70 € für eine schlichte Stahlausführung und reichen bis etwa 600 € für ein Premium-Kunststofffenster mit RC3-Ausstattung und 3-fach-Verglasung.

Konkrete Preise 2026

Ausführung Material Mit Einbau
Stahl, festverglast 70–120 € 220–320 €
Kunststoff, festverglast 90–180 € 240–400 €
Kunststoff Dreh-Kipp 2-fach Glas 150–280 € 320–500 €
Kunststoff Dreh-Kipp + RC2 280–420 € 450–650 €
Kunststoff 3-fach Glas + RC3 400–600 € 600–800 €

Die Preise gelten für Standardgrößen bis etwa 100 × 80 cm. Bei größeren Sondermaßen oder besonderen Ausführungen (Bogenfenster, dekorative Glasoptiken) steigen sie linear mit der Glasfläche. Eine Komplettübersicht aller Fensterpreise findest du in unserem Ratgeber zu den Fensterpreisen 2026.

Förderung für Kellerfenster: Was geht?

Auch Kellerfenster sind förderfähig – wenn der Keller Teil der beheizten Gebäudehülle ist. Im Rahmen der BAFA-Förderung erhältst du 15 % Zuschuss auf die förderfähigen Kosten (Material + Einbau), wenn die neuen Fenster einen U-Wert von maximal 0,95 W/(m²K) erreichen. Bei zusätzlichem individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) sind es sogar 20 %. Alle Details inklusive der Antragsfristen findest du im aktuellen BAFA-Förderratgeber.

Für Komplettsanierungen mit Kreditfinanzierung lohnt sich der KfW-Kredit der Reihe 261 bzw. der Wohngebäude-Kredit. Die Konditionen 2026 erklären wir ausführlich in unserem KfW-Kreditratgeber. Zusätzlich kannst du die Handwerkerkosten als Steuerermäßigung nach § 35a EStG ansetzen, wie wir es im Beitrag zu Fenstertausch steuerlich absetzen Schritt für Schritt erläutern.

⚠️ Wichtig: Förderungen müssen immer VOR Auftragserteilung beantragt werden. Wer den Vertrag mit dem Handwerker zuerst unterschreibt, verliert den Anspruch komplett. Plane deshalb mindestens 4–6 Wochen Vorlauf für den Antragsprozess ein.

Lichtschacht, Lichtgitter und Belüftung

Das beste Kellerfenster nützt wenig, wenn der Lichtschacht davor verstopft, undicht oder einsturzgefährdet ist. Beim Austausch der Fenster solltest du deshalb immer auch den Lichtschacht prüfen.

Was du am Lichtschacht prüfen solltest

  • Wasserablauf: Ist der Bodenablauf frei oder zugesetzt? Stehendes Wasser zerstört Fenster und Mauerwerk.
  • Abdichtung zur Hauswand: Ein abgerissener Anschluss zwischen Lichtschacht und Wand lässt Wasser ins Erdreich und an die Kellerwand sickern.
  • Stabilität des Gitters: Wackelt das Lichtgitter, kann es ausgehoben werden – Sicherheitsrisiko.
  • Reinigungszustand: Laub, Schnecken, Spinnen – ein vernachlässigter Lichtschacht ist Biotop und Wartungsfresser.

Belüftung: Dreh-Kipp oder Festverglasung?

Im Wohnkeller solltest du immer auf Dreh-Kipp setzen, sonst lässt sich der Raum nicht regelmäßig stoßlüften – und Schimmel ist programmiert. Im reinen Lagerkeller reichen festverglaste Fenster, wenn sonst genug Luftaustausch (z. B. über die Heizungsanlage) gewährleistet ist. Bei Heizungs- oder Vorratskellern empfehlen wir mindestens ein lüftbares Fenster pro Raum.

Wenn der Keller dazu neigt, Kondenswasser zu bilden, hilft regelmäßiges Stoßlüften plus die Beachtung der Kondensat-Regeln aus unserem Ratgeber zu Kondenswasser am Fenster.

Wohnkeller vs. Lagerkeller: Was du beachten musst

Die Anforderungen unterscheiden sich grundlegend, je nachdem ob dein Keller bewohnt wird oder nur als Lager dient. Diese Tabelle zeigt die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

Anforderung Wohnkeller Lagerkeller
U-Wert (Uw, gesamt) ≤ 0,95 W/(m²K) ≤ 1,3 W/(m²K)
Verglasung 3-fach Wärmeschutzglas 2-fach Wärmeschutzglas
Material Kunststoff oder Holz-Alu Stahl oder Kunststoff
Sicherheit RC2 Pflicht, RC3 empfohlen RC2 empfohlen
Öffnungstyp Dreh-Kipp Pflicht Festverglasung möglich
Schallschutz Schallschutzklasse 3+ Standard
Mindestlichtfläche ≥ 12,5 % der Bodenfläche (LBO) Keine Vorgabe

Wann gilt der Keller als Aufenthaltsraum?

Sobald du einen Kellerraum dauerhaft als Wohn-, Arbeits-, Schlaf- oder Hobbyraum nutzt (länger als gelegentlich), gilt er bauordnungsrechtlich als Aufenthaltsraum. Die Folge: höhere Anforderungen an Mindestraumhöhe (meist 2,40 m), Belichtung (mindestens 12,5 % der Grundfläche als Fensterfläche) und Belüftung. Wer den Keller offiziell ausbauen will, braucht je nach Bundesland eine Nutzungsänderung. Der Austausch der Fenster auf größere Modelle ist meist Teil dieses Genehmigungsprozesses – auch wenn das alte Format bestehen bleiben kann, lohnt sich oft die Vergrößerung des Lichtschachts.

ℹ️ Gut zu wissen: Wer den Keller dämmen und Wohnraum schaffen möchte, sollte die Fenster nicht einzeln austauschen, sondern als Teil einer Gesamtsanierung planen. Sonst entstehen Wärmebrücken am Übergang vom alten zum neuen Fenster, die langfristig Schimmel begünstigen. Mehr dazu in unserem Beitrag zur Altbau-Sanierung mit Fenstern.

Wann lohnt sich der Austausch?

Vier klare Signale, dass du dein Kellerfenster jetzt austauschen solltest:

  1. Sichtbare Korrosion: Roststellen am Stahlrahmen, Risse oder Verzug.
  2. Spürbare Zugluft: Hand vor das geschlossene Fenster halten – wenn es zieht, ist die Dichtung hin.
  3. Schwitzwasser dauerhaft: Wenn das Fenster auch bei normaler Lüftung permanent beschlägt, ist die Verglasung am Ende.
  4. Einbruchsbedenken: Bei Lochblech-Stahlfenstern oder einfachen Kunststoffrahmen ohne Pilzkopfverriegelung.

Eine ausführliche Checkliste zur Beurteilung deines Fenster-Bestands findest du in unserem Beitrag Alte Fenster erkennen: 10 Anzeichen für den Austausch.

Modern ausgebauter Wohnkeller mit großem Kellerfenster und Tageslicht
Großzügige Wohnkellerfenster verwandeln dunkle Souterrains in vollwertige Wohn- oder Hobbyräume.

Fazit: Kleine Fenster, große Wirkung

Kellerfenster sind das unterschätzte Maß für die Qualität deines Hauses. Wer alte Stahlfenster gegen moderne Kunststoffmodelle mit RC2-Sicherheit, Pilzkopfverriegelung und 2-fach-Wärmeschutzglas tauscht, spart Heizkosten, schließt eine Einbruchsschwachstelle und steigert nebenbei den Energiewert seiner Immobilie. Mit Materialkosten ab etwa 150 € und Komplettkosten bis maximal 800 € pro Fenster ist der Austausch eine der günstigsten Sanierungsmaßnahmen mit dem höchsten Hebel.

Wenn du jetzt austauschen willst, achte auf drei Dinge: korrekte Aufmaßnahme (Rohbaulichtmaß, nicht alter Rahmen), passendes Sicherheitsniveau (RC2 minimum) und sachgerechte RAL-Montage. Die meisten Standardgrößen kannst du heute bequem im Fenster Online Shop von FensterHero konfigurieren und bekommst sie inklusive Sicherheitsausstattung und Wärmeschutzverglasung in 3–6 Wochen geliefert.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel kostet ein neues Kellerfenster mit Einbau?

Ein neues Kellerfenster aus Kunststoff mit 2-fach-Wärmeschutzverglasung und RC2-Sicherheit kostet inklusive Einbau zwischen 320 und 650 €. Festverglaste Stahlmodelle gibt es ab 220 €, Premium-Varianten mit RC3 und 3-fach-Glas können bis zu 800 € kosten. Die Größe ist der wichtigste Preisfaktor.

Welche Größe haben Standard-Kellerfenster?

Die häufigsten Standardgrößen liegen bei 60 × 40 cm, 80 × 60 cm und 100 × 60 cm (Breite × Höhe). Im Einfamilienhaus-Neubau hat sich 80 × 60 cm als Quasi-Standard etabliert. Für Wohnkeller werden auch größere Maße bis 125 × 100 cm verwendet, um die geforderte Mindestlichtfläche von 12,5 % der Raumfläche zu erreichen.

Wie sichere ich ein Kellerfenster gegen Einbruch?

Die wirksamsten Maßnahmen sind ein RC2-zertifiziertes Fenster mit mindestens vier Pilzkopfverriegelungen, P4A-Sicherheitsverglasung, abschließbare Fenstergriffe und ein stabiles Lichtschachtgitter. Bei besonders gefährdeten Lagen (verdeckte Hofeinfahrt, kein Sichtbezug zur Straße) lohnt sich RC3 inklusive Bewegungsmelder mit Beleuchtung.

Kann ich Kellerfenster selbst austauschen?

Ja, der Austausch eines Kellerfensters ist heimwerkertauglich, wenn das alte Fenster nicht direkt einbetoniert ist. Du brauchst Stichsäge oder Trennschleifer, Akkubohrer, Wasserwaage, Tragklötze, Rahmendübel und Dichtbänder. Für die korrekte Drei-Ebenen-Abdichtung nach RAL solltest du dich vorher einlesen oder einen Fachbetrieb beauftragen, weil Fehler zu Wärmebrücken und Schimmel führen.

Bekomme ich für Kellerfenster eine Förderung?

Ja, die BAFA fördert auch den Austausch von Kellerfenstern mit 15 % Zuschuss (mit iSFP sogar 20 %), sofern der Keller Teil der beheizten Gebäudehülle ist und die neuen Fenster einen U-Wert von maximal 0,95 W/(m²K) erreichen. Der Antrag muss zwingend VOR der Auftragserteilung gestellt werden, sonst entfällt die Förderung.

Kunststoff oder Stahl: Was ist besser fürs Kellerfenster?

Für beheizte Wohnkeller ist Kunststoff klar die bessere Wahl: Der U-Wert liegt bei rund 1,1 W/(m²K) statt 3–5 W/(m²K) bei Stahl, das Material rostet nicht und ist wartungsarm. Stahlfenster mit Lochblech haben nur in unbeheizten Lagerkellern noch ihre Berechtigung – als günstige, robuste Lösung mit guter natürlicher Belüftung.

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